Providerwechsel

Auf immer und ewig gebunden, oder schnell umgezogen?

Ich höre es täglich von Kunden, die ich betreue: Mein alter Provider ist nicht mehr erreichbar, niemand reagiert auf Anrufe oder E-Mails,  mein Server wurde einfach abgestellt, und so weiter. Die eigene Domain ist heute einfach zu einem festen Bestandteil unserer täglichen Kommunikation geworden. Ob sie nun rein privat für die Kommunikation mit Freunden und Familie genutzt wird, oder dort ein Online-Shop mit 6-stelligen Umsatz-Zahlen läuft ist eigentlich völlig egal. Erreichbar muss sie sein, denn dafür bezahlt man schliesslich auch seinen Provider.

Sollte es aber einmal soweit sein, dass man aus obigen Gründen (oder weil man einfach Geld sparen möchte) mit seiner eigenen Domain zu einem anderen Provider umziehen möchte bzw. muss, so gibt es einige grundlegende Dinge zu beachten.

Wie funktioniert ein Providerwechsel-Antrag?

Ein Providerwechsel-Antrag (kurz auch KK = Konnektivitäts-Koordinations-Antrag) ist eigentlich keine grosse Sache, vorausgesetzt alle spielen mit. Die Regel ist folgendermassen:

1. Kunde bestellt seine  Domain bei einem neuen Provider

2. Kunde schickt Kündigung an den alten Provider

3. Neuer Provider stellt einen Übernahme-Antrag für die Domain

4. Übernahme-Antrag wird von der Registrierungsstelle an den alten Provider gesendet

5. Alter Provider stimmt zu

6. Domain wird dem neuen Provider zugeordnet und ist erreichbar

Das hört sich eigentlich ganz einfach an. Was aber, wenn der alte Provider einfach nicht mehr reagiert?

In diesem Fall hat der neue Provider in aller Regel die Möglichkeit, das entsprechende Denic-Mitglied oder den Registrar der Domain ausfindig zu machen. Dies geschieht über Whois-Datenbanken oder über direkte Schnittstellen zu den Registrierungsstellen. Da zum Beispiel die Denic in ihren Registrierungsbedingungen festgelegt hat, dass ein Provider nicht das Recht hat, Domains zu blockieren (ganz gleich aus welchem Grund) kann man problemlos an das Denic-Mitglied herantreten und darum bitten, dass dem KK-Antrag stattgegeben wird. Dass ein Denic-Mitglied nicht mehr erreichbar ist kommt glücklicherweise selten vor, so dass dieser Weg in aller Regel funktioniert.

Etwas anders sieht es zum Beispiel bei .com Domains aus. Hier hat der Provider das Recht, einen Providerwechsel-Antrag abzulehnen, sofern der Kunde die Domain nich nicht bezahlt hat. Man sollte es also tunlichst vermeiden, seine Domain-Rechnungen zubegleichen. Als Tipp sei hier auf den Weg gegeben: Falls der Provider sich mit Hinweis auf offene Rechnungen wehrt, eine Domain zum Transfer freizugeben, würde ich den Rechnungsbetrag für die Domain mit einer Zweckbindung an die Domain überweisen. Somit ist die Domain bezahlt, über den Rest lässt sich später streiten. Wichtig ist ersteinmal, dass die Domain wieder erreichbar ist.

Mein neuer Provider  fragt nach einem Auth-Code, was ist das?

Der Auth-Code wurde für besti mmte generische Top Level Domains (.com, .net, .org, info, .biz) eingeführt, um unberechtigte Domain-Übernahmen zu verhindern. Dies ist ein Code, den der alte Provioder explizit dem Kunden bei Eingang der Kündigung mitteilen muss. Sobald ein anderer Provider versucht, einen Übernahme-Antrag für eine Domain zu stellen, wird dieser Auth-Code abgefragt. Ist dieser nicht korrekt, so wird der Antrag erst gar nicht gestartet.

Ich habe eine FOA-Email erhalten, kann damit aber nichts anfangen?

Ein weiterer Schritt für die Sicherheit bei Übernahme-Anträgen wurde eingeführt, als es trotz Auth-Code noch spektakuläre Domain-Übernahmen gab. Seit diesem Zeitpunkt wird bei jedem erfolgreich gestarteten Übernahme-Antrag bei generischen Top Level Domains eine E-Mail an den administrativen Kontat oder den Besitzer versendet, in welcher der Providerwechsel-Antrag bekanntgegeben wird. Wenn die Übernahme wirklich gewünscht ist, so muss diese explizit bestätigt werden.