Heute morgen berichten erwartungsgemäss nahezu alle Medien von der spektakulären Domain-Übernahme von Google.de.

Laut heise.de und Auskunft der Denic lief die Übernahme folgendermassen ab:

Ein Kunde des Webhosting-Anbieters Goneo.de hat während des Bestellprozesses behauptet, Inhaber der Domain google.de zu sein. Goneo hat diesen Antrag dann ohne Prüfung an die Denic weitergeleitet und somit den Übernahme-Prozess in Gang gesetzt. Soweit so gut, normalerweise werden solche Anträge aber durch den jeweiligen Registrar der Domain mit einer Ablehnung beantwortet.

Nicht so im Fall von Google.de, einem der wohl wertvollsten deutschen Domains. Hier wurde dem Antrag auf Übernahme ohne weitere Nachfrage stattgegeben, so dass die Domain fortan auf einen gewissen Martin R. aus Frankfurt eingetragen war. Dieser wird sich vermutlich geärgert haben, dass er auf der Startseite noch keine Inhalte hinterlegt hatte, die Werbe-Einnahmen aus diesem Fall dürften immens gewesen sein.

Als der Fehler von Google bemerkt worden ist wurde umgehend Kontakt mit Goneo aufgenommen, woraufhin Goneo die Domain erneut zum KK freigegeben hatte. Leider hat in der Zwischenzeit allerdings bereits Herr Mirko M. aus Wiesbaden, respektive seine Firma “Favo” einen erneuten KK-Antrag die Domain gestellt. Somit ist die Domain also zunächst einmal auf ihn übertragen worden, offenbar weil man bei Goneo nicht sichergestellt hatte, dass die Domain auch wirklich an den korrekten Inhaberzurück übertragen wird.

Bis die Domain dann endgültig wieder im Besitz der Suchmaschine war, sind nochmals einige Stunden vergangen.

Alles in allem ist dieser Domainklau wohl endgültig für die Einführung strengerer Prüfungen bei Übernahme-Anträgen von .de Domains verantwitlich. Schon seit längerer Zeit arbeitet man daran, auch bei .de Domains die Freigabe über FOA Mails an den Inhaber zu regeln, wie dies bei den meisten generischen Top Level Domains schon länger üblich ist. Für Kunden und Provider bedeutet dies in der Praxis einen höheren Aufwand, gleichzeitig aber auch höhere Sicherheit.

Dennoch: Gewinner dieser Aktion ist zumindest aus Marketing-Sicht eindeutig der Webhoster Goneo.


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